TOP Ö 8.1.1: Beantwortung der Anfrage AN/1518/2015 von Frau Bastian (FDP): Verwendung der Kölschen Sprache

Beschluss: Kenntnis genommen

Zu Frage 1) Die Sparkasse KölnBonn bietet auf ihrer Homepage die Möglichkeit an, sich diese in der Kölschen Sprache anzeigen zu lassen. Wurde dies auch für die Internetseiten der Stadt Köln in Erwägung gezogen?

 

Aktuell sind auf den Seiten unter www.stadt-koeln.de keine kölschsprachigen Angebote geplant. Tatsächlich werden zur Zeit Angebote in „Leichter Sprache“ für Menschen mit Behinderungen und eingeschränkten Deutschkenntnissen sowie mehrsprachige Angebote für die Zielgruppe Flüchtlinge auf- und ausgebaut. Eine Übersetzung von Seiten in Kölsche Sprache bedeutet einen zusätzlichen Aufwand. Mittel stehen dafür im Haushalt nicht zur Verfügung. Auch die Stadtsparkasse hat wenige Seiten übersetzt , so dass es sich eher um  „ Feez“ als um ein ernsthaftes Angebot handelt.

Wir haben die Anfrage aber an die Redaktion unserer Partnerwebseite koeln.de mit der Bitte um Prüfung weitergegeben.

 

Zu Frage 2) Werden Broschüren oder Flyer der Stadt Köln im Kölner Dialekt angeboten?

 

Bei der Information der Bürgerinnen und Bürger mittels Flyer oder Broschüre steht vorrangig die Definition der Zielgruppe im Vordergrund und die Frage, welche Botschaft transportiert werden soll. Neben dem Erreichen der Zielgruppe ist die Verständlichkeit der Inhalte der Botschaft ein entscheidender Erfolgsfaktor für die städtische Kommunikation.

Mangels entsprechender Zielgruppe und Botschaft wurde in der Vergangenheit kein Flyer oder Broschüre im Kölner Dialekt angeboten.

 

Zu Frage 3) Wie kann erreicht werden, dass die Kölner Verkehrsbetriebe die Haltestellenansagen in Bus und Bahn zusätzlich in Kölscher Sprache benennen, z.B. als Pilotprojekt in der Linie 7.

 

Bei den Durchsagen in den Fahrzeugen des Kölner ÖPNV geht es primär um die Information der Fahrgäste. Dabei sollen die Ansagen auf ein Mindestmaß begrenzt werden, um eine möglichst große Reichweite zu erzielen und gleichzeitig nicht als störend empfunden zu werden. Mit der Wahl des Hochdeutschen, ergänzt um wenige englischsprachige Ansagen lassen sich diese Ziele am besten erreichen.

Die Haltestellenansagen bei der KVB erfolgen durch ein computergestütztes System. Das Programm ist nicht in der Lage, bei der automatischen Generierung der Ansagen Dialekte zu berücksichtigen. Insofern ist die Realisierung aus technischen Gründen nicht machbar.

 

Frage 4) Inwieweit wird die kölsche Sprache z.B. in Form von Musik, Projekttagen etc. in Kölner Kitas und Schulen gefördert?

 

Beim Schulamt für die Stadt Köln besteht die Generale „Brauchtum und Kultur an Kölner Schulen“, ein Schwerpunkt ist, die kölsche Sproch und das kölsche Liedgut in den Kölner Schulen weiterzugeben.

Im Schulamt wurde der Arbeitskreis Kölsch Leeve, Sproch un Tön, bestehend aus einer Gruppe von Lehrerinnen und Lehrer verschiedener Kölner Schulformen, gebildet, um die verschiedenen Projekte und Veranstaltungen zu gestalten und durchzuführen.

Musikalisch unterstützt werden die Lehrerfortbildungen und Veranstaltungen auch durch die 3 Bläck Föös, Bömmel Lückerath, Kafi Biermann und Hartmut Priess un Fründe.

Ermöglicht werden all diese Projekte durch die großzügige und freundliche Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums e.V..

 

Alle Projekte und Veranstaltungen werden vom Schulamt für die Stadt Köln komplett organisiert und durchgeführt.

Folgende Veranstaltungen werden für Kölner Schülerinnen und Schüler durch den Arbeitskreis Kölnisches Brauchtum des Schulamtes für die Stadt Köln durchgeführt

 

  1. Lehrerfortbildung „Die Philharmonie singt“ im Frühjahr als Vorbereitung für das unmittelbar vor den Sommerferien des laufenden Schuljahres stattfindenden Schülersingen in der Kölner Philharmonie

An dieser Lehrerfortbildung nehmen jeweils ca. 300 LehrerInnen aktiv teil.

 

  1. Gemeinsames Schülersingen „Die Philharmonie singt“  in der Kölner Philharmonie

Nahezu 2000 Schülerinnen und Schüler aus Kölner Grund-, Haupt-, Gesamt-, und Förderschulen sowie Gymnasien singen gemeinsam mit einem Schüler-Chor auf der Bühne 12 kölsche Lieder, die sie im letzten halben Jahr mit ihren Lehrerinnen und Lehrern eingeübt haben. Der Chor auf der Bühne dient hierbei nur als Unterstützung. Alle SchülerInnen singen alle Lieder komplett mit. Dies ist ein Konzert von 2000 Stimmen.

Musikalisch begleitet werden die Pänz von den 3 Bläck Fööss (Kafi Biermann, Bömmel Lückerath und Hartmut Prieß) un Fründe (Johanna Akomeah, Volker Becker und Hans-Peter Schmitz).

Durch das Singen der Kölschen Lieder werden die Schülerinnen und Schüler für die kölsche Sprache und das Brauchtum begeistert und lernen diese kennen. Außerdem haben die Kinder bei diesem Schülersingen die Möglichkeit, die Philharmonie und deren einzigartige Akustik zu erleben und den Konzertsaal kennen zu lernen, wenn nahezu 2000 Kinder- und Jugendlichen-Stimmen die einstudierten Lieder singen.

Bei dieser Veranstaltung stehen das gemeinsame Singen, die kölsche Sprache und die Verbundenheit im Mittelpunkt. Das Alter, die Herkunft  (viele SchülerInnen haben einen Migrationshintergrund) oder die Schulform der Kinder ist für dieses dabei nicht wichtig, alle können mitsingen.

 

  1. Lehrerfortbildung zur Vorbereitung des Weihnachtsschülersingens im Kölner Rathaus

An dieser Veranstaltung im Herbst nehmen jeweils ca. 350 LehrerInnen teil.

 

  1. Weihnachtsschülersingen im Kölner Rathaus

Ca. 550 Schülerinnen und Schüler aus Kölner Grundschulen singen gemeinsam mit einem unterstützenden Schülerchor auf der Bühne mit den 3 Bläck Fööss un Fründe 12 Advents- und Weihnachtslieder, die sie wie oben beschrieben (s. Philharmonie) vollständig auswendig singen können.

 

  1. Große Kölner Schulsitzung

Schülergruppen nahezu aller Kölner Schulformen bereiten sich jeweils seit dem vergangenem Sommer auf dieses spannende Ereignisse mit ihren Lehrerinnen und Lehrern vor und freuen sich riesig darauf, im Februar vor großem Publikum außerhalb der eigenen Schule ihr kölsches Programm (Büttenrede, Gesang oder Tanz) zu präsentieren. Durch die große und einzige gemeinsame Kölner Schulsitzung, werden die Schülerinnen und Schüler an die kölsche Sprache und das Brauchtum herangeführt und für dieses begeistert.

  1. Schull- un Veedelszöch

Den schulischen Teil des Schull- un Veedelzochs organisiert komplett das Schulamt für die Stadt Köln. Bei den Zöch gehen ca. 50 Gruppen mit. Es finden insgesamt 3 Besprechungen mit den Schulen für die Veranstaltung statt. Bei den Besprechungen wird auch der Kamellebüggel, das Lyskircher buch und die „Decke Trumm“ vergeben.

 

  1. weitere Lehrerfortbildungen

Zusätzlich zu den oben genannten Fortbildungen veranstaltet das Schulamt für die Stadt Köln durch den Arbeitskreis Kölnisches Brauchtum weitere Lehrerfortbildungen zu unterschiedlichen Themen wie „11 Orte, die ein Schüler gesehen haben muss“, „Hänneschen“, „Mitspielsätze“, „Historische Stadtgeschichte“ oder „Karneval“.

 

  1. Arbeitskreis

 

Den Arbeitskreis mit 14 Lehrer/innen unterstützt das Schulamt, um alle Projekte durchzuführen. Mit dem Arbeitskreis finden im Jahr ca. 12 Besprechungen statt, um alle Projekte zu besprechen.