TOP Ö 5.1: Entwicklungsperspektiven für den Kölner Sport
Sportentwicklungsplanung jetzt aufsetzen

RM Kron erläutert die Antragstellung und die Hintergründe für die Verweisung in den Sportausschuss. Er dankt anschließend der Verwaltung für die in der Mitteilung (TOP 3.5) bereits dargestellten Maßnahmen, sieht aber auch mit Blick auf bereits bestehende Planungen im Jugend- und Schulbereich dennoch die Notwendigkeit, über die aus seiner Sicht weitergehende Antragstellung (TOP 5.1) zu beschließen, um eine klare Planungsgrundlage zu haben. RM Thelen und RM van Benthem danken ebenfalls der Verwaltung für die Mitteilung und sehen, auch mit Blick auf die bereits vorgesehenen Finanzmittel für 2016/2017 und den bestehenden Stellenanteil, keine Notwendigkeit mehr, noch zusätzlich über den Antrag zu entscheiden. Frau Dr. Klein dankt zunächst für die positive Resonanz zur Mitteilung. Sie stellt auf die guten Erfahrungen mit Schulentwicklungs-, Kita- und Spielplatzplanung ab und sieht auch mit Blick auf die aktuellen Bevölkerungsprognosen die hohe Dringlichkeit, ein entsprechendes Instrumentarium auch im Sport zu platzieren. Hierzu gehört neben einem Zeit-Maßnahmenplan und der finanziellen Ausstattung aber auch eine angemessene Personalressource. Der in der Mitteilung erwähnte Stellenanteil wurde über vorhandene Ressourcen rekrutiert. Für die weiteren Schritte wird es nötig sein, auch mit Unterstützung der Sportpolitik zusätzliche Personalressourcen und zusätzlichen Sachverstand in die Verwaltung zu holen. Auf Nachfrage von RM Thelen erklärt Frau Dr. Klein, dass es im Herbst dann auch im Sportausschuss eine Stellungnahme zum Sachstand geben wird.

 

RM Thelen beantragt, den Antrag der SPD-Fraktion für erledigt zu erklären.

 

Im Anschluss daran stellt RM Kron den eigentlichen und weitergehenden Antrag zur Abstimmung.

 

Beschluss:

 

  1. Der Rat beauftragt die Verwaltung, einen Prozess zu einer langfristigen und bedarfsgerechten Sportentwicklungsplanung zu initiieren, mit der eine Grundlage und eine Perspektive für den Erhalt und erforderlichen Ausbau der Sportinfrastruktur geschaffen werden kann.

    Dieser Prozess soll im Dialog mit den Akteuren des Kölner Sports erfolgen. Ihr Wissen und ihre Erfahrung sollen eng einbezogen werden.

    Für den Prozess sind insbesondere folgende Maßgaben zu berücksichtigen.

1.      Bestandsermittlung und -bewertung
Derzeit besteht keine belastbare und umfassende Datenerhebung zu der in Köln vorhandenen Sportinfrastruktur (städtisch und nicht-städtisch) und zu deren aktueller Nutzung. Diese Daten sind erforderlich, um daran die Bedarfssituation zu messen und Sanierungs- sowie Ausbaubedarfe bestimmen zu können.

2.      Analyse der Kölner Sportlandschaft und Definition ihrer Bedarfe
Zudem haben sich die Bedürfnisse von Sportlerinnen und Sportlern und auch der Vereine sowohl in Bezug auf die Angebote als auch in Bezug auf die dafür erforderlichen Sportanlagen im letzten Jahrzehnt erheblich verändert. Diese veränderten Anforderungen sind bei der Ermittlung der Handlungsoptionen ebenso zu berücksichtigen wie die Frage, in welchem Maße Sport heute organisiert betrieben wird und in welchem Maße individuell trainiert oder kommerzielle Angebote in Anspruch genommen werden.

3.      Sport als Querschnittsthema
Im Rahmen des Prozesses sind Verzahnungen mit anderen städtischen Planungen und Bedarfen (Jugendhilfe- und Schulentwicklung, OGTS-Ausbau, Integration, Inklusion, Flächenkonkurrenz, Umwelt- und Lärmschutzbelange) herauszuarbeiten und mögliche Synergien bei der Entwicklung von Schnittstellen zu analysieren

4.      Optimierung des bestehenden Angebotes
Ein besonderes Augenmerk ist auf die Erarbeitung von Optimierungspotenzialen zu legen. So sind mögliche befruchtende Wechselwirkungen des Breiten- mit dem Profisport in Köln zu bewerten. Die Möglichkeit, bestehende Flächen und Bewegungsräume für weitere Zwecke zu öffnen, ist zu prüfen (z.B. Öffnung von Sportanlagen an Schulen, außerhalb der Schulzeiten für den Breitensport). Zudem sind geeignete technische Verfahren der Verteilung einzusetzen, die sicherstellen, dass die bestehenden Anlagen optimal ausgenutzt werden.

5.      Priorisierung

Die Verwaltung wird gebeten, die von ihr zur Entwicklung der Sportinfrastruktur vorgeschlagenen Maßnahmen zu priorisieren und hieraus ein entsprechendes Handlungskonzept abzuleiten.

Der Analyse- und Bewertungsprozess soll von der Verwaltung kurzfristig angeschoben werden. Der Sportausschuss ist über das weitere Vorgehen engmaschig zu informieren. Die Vorlage eines ersten Bewertungs- und Handlungsleitfadens, der bereits als Richtungsgeber für die weitere Sportentwicklungsplanung dienen kann, wird für das letzte Quartal 2016 erwartet.

 


Abstimmungsergebnis:

Mehrheitlich gegen SPD und DIE LINKE abgelehnt.