TOP Ö 7.2: Neue Anfragen

7.2.1 Situation von Kindern und Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien in Köln

Herr Richrath reicht folgenden Anfragentext ein:

„Jedes 6. Kind in Deutschland wächst statistisch gesehen in einer durch Sucht belasteten Familie auf. Legt man die Einwohnerzahlen Kölns zugrunde, muss demnach von etwa 27.600 betroffenen Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr ausgegangen werden. Gleichzeitig belegen Forschungen, dass zwei Drittel der Kinder aus suchtbelasteten Familien ihrerseits selbst eine Suchterkrankung oder eine psychische Störung entwickeln. Damit unterliegen sie einem 6-fach erhöhten Risiko zum Suchtmittelmissbrauch oder einer Abhängigkeit im Vergleich zu Kindern nicht-suchtkranker Eltern.

Demnach ist von einer hoher Zahl betroffener Kölner Kinder und Jugendlicher auszugehen, die einer Hochrisiko-Gruppe zuzuordnen sind und für die ein besonderer Bedarf nach spezifischen Hilfen besteht, um möglichen Fehlentwicklungen vorzubeugen. Damit stellt sich die Frage, inwieweit das Hilfesystem in Köln für diese Zielgruppe ausreichend ausgebildet ist.

Die CDU-Fraktion bittet im Lichte dieser Überlegungen um Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Welche spezifischen Hilfen für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien werden in Köln vorgehalten?
  2. Welche dieser Angebote werden durch die Stadt Köln finanziert oder finanziell unterstützt? Wie sind die anderen Maßnahmen finanziert und wie wird die Aufrechterhaltung dieser Angebote gewährleistet?
  3. Sieht die Verwaltung die Angebote für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien sowohl quantitativ als auch qualitativ als ausreichend an oder besteht der Bedarf, die bestehenden Hilfsangebote auszubauen?
  4. Welche Maßnahmen ergreift die Stadt konkret, um Angebotsstrukturen in Köln für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien bedarfsgerecht zu gestalten bzw. bei Bedarf auszubauen?
  5. Bindet die Stadt die Erfahrungen der im Suchtbereich, insbesondere mit betroffenen Kindern und Jugendlichen tätigen Wohlfahrtsverbänden mit ein? Können aus diesen Erfahrungen Handlungsnotwendigkeiten abgeleitet werden?“

7.2.2 Versorgung traumatisierter unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter

Herr Richrath reicht darüber hinaus folgenden Anfragentext ein:

Wie die Diakonie Mitteldeutschland für ihre Standorte in Sachsen-Anhalt und Thüringen festgestellt hat, übersteigt der Bedarf an Angebotsplätzen für die Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge mit Traumata die vorhandenen Kapazitäten zum Teil sehr, was zu Wartezeiten von sechs Monaten und länger geführt hat ( siehe auch: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72307/Immer-mehr-traumatisierte-Fluechtlinge-in-Spezialzentren )

Vor diesem Hintergrund bittet die CDU-Fraktion um die Beantwortung der folgenden Fragen:

1.    Wie groß schätzt die Stadtverwaltung die Anzahl der in Köln lebenden unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten ein, die auf ihrer Flucht traumatisierende Erlebnisse hatten und entsprechende Hilfsangebote benötigen?

2.    Welche Angebote für die Versorgung traumatisierter minderjähriger unbegleiteter Geflüchteter gibt es aktuell in Köln und wie sind diese organisiert? Wie schätzt die Stadtverwaltung diese unter Beachtung der Zahlen zu Frage 1 sowohl qualitativ wie quantitativ ein?

3.    Welche Kosten entstehen in diesem Bereich und wie ist die Finanzierung der Angebote derzeit organisiert / sichergestellt?

4.    Welche Wartezeiten treten aktuell in Köln bei der Versorgung auf, bis ein traumatisierter minderjähriger unbegleiteter Geflüchteter einen Platz in einem solchen Angebot erhält?

5.    Gibt es in der Stadtverwaltung aktuell Pläne, diese Angebote weiter aufzustocken?

7.2.3

Frau Rabenstein
erkundigt sich nach dem Stand des Bundesprogramms „Demokratie Leben“, auch in Zusammenhang mit dem Partizipationskonzept. Sie möchte wissen, was die koordinierende Stelle mache, und ob weitere Interessensbekundungen erfolgen werden, da interessierte Kommunen dies bis zum 10.02.2017 tun müssten. Frau Jahn ergänzt, dass es sich hierbei um die Fortsetzung des Bundesprogramms handele – eine Behandlung in der Märzsitzung sei angesichts der Meldefrist zu spät.

„Wir holen uns die Mittel selbstverständlich, wenn wir sie bekommen können“, antwortet Frau Baars. So gebe es für das Jahr 2017 bereits eine Bewilligung über 100.000 Euro. Tatsächlich werde „Demokratie leben“ als klassisches Präventionsinstrument nicht im Partizipationskonzept angesprochen. Nach einem Bericht in 2016 werde das Programm, im Speziellen die Salafismusprävention, in der Märzsitzung nochmals mithilfe einer Präsentation aufgegriffen.